Anleitungen Strukturelemente einer BUNTER BALL-Einheit
Persönliche Begrüßung mit den drei Symbolen Herz, Hand, Musiknote
Jedes Kind läuft direkt nach Betreten der Sporthalle zum Kreis der Freundschaft, wo es von der Lehrkraft einzeln begrüßt wird. Es darf sich die Art der Begrüßung aussuchen.
Für einen ruhigen Einstieg in die Einheit setzen sich die Kinder, z. B. zu ruhiger Klaviermusik, auf ihren Platz im Kreis der Freundschaft und kommen erst einmal bei sich und in der Sporthalle an.
Für einen bewegten Einstieg wählt die Lehrkraft ein einfaches Sportspiel aus, das die Kinder selbstständig spielen können, z. B. Hundehütte, Kettenfangen etc. Sie nennt den Kindern nach der Begrüßung den Namen des Spiels und die Kinder beginnen eigenständig, das Spiel zu spielen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kinder das Spiel und die Spielregeln bereits gut kennen und können.
Es kann so lange gespielt werden, bis alle Kinder begrüßt worden sind.
Warum wir das machen? Damit sich alle Kinder persönlich gesehen fühlen und sich mit dir verbinden können. Das gibt ihnen in der großen Sporthalle Sicherheit.
Begrüßung
Anschließend beginnt die Stunde mit der Begrüßung im Kreis der Freundschaft, wo jedes Kind auf seinem festen Sitzplatz sitzt. Der Kreis der Freundschaft wird immer am selben Ort in der Sporthalle gebildet (z. B. in der Mitte).
Warum wir das machen? Eine feste Sitzordnung schafft Orientierung und Sicherheit für alle. Im Kreis können sich alle gegenseitig sehen, das sorgt für eine verbundene Gesprächsatmosphäre.
BUNTER BALL-Spiel
Warum wir das machen? Das BUNTER BALL-Spiel ist einerseits eine motorische Aufwärmung zu Stundenbeginn, da die Kinder sich spielerisch mit ihrem Ball zur Musik bewegen. Andererseits dient es dazu, dass die Kinder einen Überblick sowohl über ihren eigenen Gefühlszustand als auch über den der anderen Kinder bekommen. So können alle schauen, ob heute jemand etwas Besonderes braucht, z. B. Zuwendung oder Distanz.
Vorbereitend werden am Rand der Sporthalle vier umgedrehte Turnkästen nebeneinander aufgebaut und mit jeweils einem Basisemotionsbild markiert. Jeder Emotion wird eine Farbe der BUNTER BALL-Bälle zugeteilt (gelb = fröhlich, grün = traurig, rot = wütend, blau = ängstlich) und die BUNTER BALL-Bälle entsprechend auf die Turnkästen aufgeteilt.
Die Musikbox wird mit einem Handy verbunden und ein Lied wird ausgewählt - vielleicht unser BUNTER BALL-Song? Der Bunte Ball Song.mp3. Ein weiterer leerer Turnkasten wird bereitgestellt.
Das BUNTER BALL-Spiel beginnt mit einer kleinen Meditation, die von der Lehrkraft angeleitet wird. Warum wir das machen? Den Kindern wird so ein Moment Pause vom trubeligen Schulalltag geschenkt. Sie brauchen einen kurzen Moment der Ruhe, um sich auf ihr Inneres zu konzentrieren und einen Zugang zu ihren Gefühlen zu bekommen.
Nach der Meditation sollte jedes Kind wissen, wie es ihm geht (fröhlich, traurig, wütend oder ängstlich) und sich einen entsprechenden BUNTER BALL-Ball aus einem der vier Turnkästen auswählen.
Die Lehrkraft spielt ein Lied über die Musikbox ab. Mit Musikstart laufen die Kinder durch die Sporthalle. Die Lehrkraft stoppt insgesamt dreimal die Musik. Bei jedem Musikstopp suchen sich die Kinder schnellstmöglich ein Partnerkind (insgesamt also drei verschiedene Kinder), setzen sich an Ort und Stelle gemeinsam auf den Boden und erzählen sich, wie es ihnen geht und warum das so ist (z. B. Kind mit einem gelben Ball: „Ich bin fröhlich, weil ich später meine Freundin besuche“). Sobald die Musik wieder angeht, laufen die Kinder wieder alleine durch die Sporthalle. Ist das Lied vorbei, setzen sich die Kinder zurück in den Kreis der Freundschaft.
Wenn das Lied vorbei ist, kommen die Kinder in den Kreis der Freundschaft zurück. In der Mitte des Kreises steht ein umgedrehter Turnkasten. Die Kinder werfen ihren Ball in den Turnkasten und setzen sich in den Kreis.
Nun wird die Frage „Wie geht es meiner Klasse?“ beantwortet.
Für die Beantwortung der Frage wird ein Kind ausgewählt, dass die Bälle in dem Turnkasten zählen darf. Das Kind sagt, wie viele Bälle einer Farbe es gibt und die Lehrkraft übersetzt, was das bedeutet, z. B. sagt das Kind „Wir haben sechs gelbe Bälle.“ Die Lehrkraft übersetzt: „Das heißt, sechs Kinder sind fröhlich.“
Kindern ist Gleichberechtigung oft wichtig. Indem du eine große, laminierte DIN A3-Namensliste dabei hast und jedem Kind, das die Bälle gezählt hat, einen Punkt gibst, stellst du sicher, dass alle Kinder die Bälle gleich oft zählen dürfen, und schaffst so Transparenz und Fairness für die Kinder.
Variationen des BUNTER BALL-Spiels
Wenn du das Gefühl hast, dass die Kinder die Lust am BUNTER BALL-Spiel verlieren, hast du verschiedene Möglichkeiten, es aufzupeppen.
Lasse zu jeder Einheit ein Kind aus der Klasse einen Song aussuchen, der gespielt wird.
Gib eine Bewegungsart vor (oder lass dies ein Kind tun), die alle Kinder bis zum nächsten Musikstopp durchführen (z. B. Ball mit der rechten Hand hochwerfen und mit der linken Hand auffangen, Ball mit dem Fuß dribbeln, mit einem anderen Kind tanzen und dabei die Bälle zwischen den Körpern einklemmen).
Die Kinder wählen während der Meditation ein Ereignis aus, das sie erlebt haben, mit dem sie ein starkes Gefühl verbinden. Zu diesem Gefühl wählen sie die passende Ballfarbe und erzählen bei Musikstopp einem Kind davon.
Arbeite bei der Benennung der Gefühle mit unserem Gefühlsrad. Hänge oder lege es ausgedruckt bei den Turnkästen aus, in denen die BUNTER BALL-Bälle liegen. Die Kinder suchen sich dann zu ihrer Basisemotion ein passendes konkretes Adjektiv aus dem Gefühlsrad aus. So schulen sie ihren Gefühlwortschatz.
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Wiederholung der drei Regeln
„Spiel sicher“: Die Kinder umarmen sich mit ihren Armen selbst
„Spiel fair“: Die Kinder führen die Innenhandflächen vor ihrem Herzen zusammen und verbeugen sich.
„Spiel mit“: Die Kinder reißen ihre Arme in die Luft und springen dabei hoch.
Alle Kinder stellen sich im Kreis der Freundschaft hin und die Lehrkraft zählt an. Auf „3” sprechen alle gemeinsam „Spiel sicher! Spiel fair! Spiel mit!“ und machen die Bewegungen dazu.
Warum wir das machen? Um Spielunterbrechungen möglichst zu minimieren. Wenn sich alle Kinder zu Beginn der Stunde nochmal an die Regeln erinnern, ist es einfacher, sie einzuhalten.
Die Visualisierungen zu den drei Regeln kannst du hier herunterladen und Ausdrucken:
https://insafehands.de/wp-content/uploads/BUNTER-BALL-Regeln_2025.pdf
1-Wort-Blitzlicht
Die Kinder beantworten reihum die Frage „Wie fandest du die Stunde?” mit einem einzigen Wort. Die Kinder können auch einen Gegenstand (Ball, Teddy, o. Ä.) reihum weitergeben. Das Kind, das spricht, hält den Gegenstand in der Hand. Die anderen Kinder hören zu.
Warum wir das machen? Weil Feedback als partizipatorisches Element wichtig ist und der Lehrkraft zeigt, wie die Stunde angekommen ist. Das Feedback kann auch ein schöner Gesprächsanlass sein, um die Stundengestaltung zu optimieren.
Klassen-Rakete
Alle Kinder bilden einen Kreis. Die Lehrkraft leitet die „Klassen-Rakete“ langsam an:
Alle zählen bis vier und klopfen dazu parallel mit den Händen auf die Oberschenkel. Alle zählen bis vier und klatschen dazu parallel in die Hände.
Alle zählen gemeinsam bis drei und klopfen dazu parallel mit den Händen auf die Oberschenkel. Alle zählen gemeinsam bis drei und klatschen dazu parallel in die Hände.
Dann reißen alle die Hände in die Luft und schreien: „KLASSE (z. B.) 1A!“.
Warum wir das machen? Weil es den Klassenzusammenhalt fördert und Spaß macht.
Persönliche Verabschiedung mit den drei Symbolen Herz, Hand, Musiknote
Die persönliche Verabschiedung funktioniert genau wie die persönliche Begrüßung, ist aber für die Kinder freiwillig.
Warum wir das machen? Weil manche Kinder die Zuwendung auch am Stundenende brauchen und manchmal auch noch etwas zu sagen haben, was nicht alle hören sollen.